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„Das iſt wahr, und dennoch kann man ſagen, daß Alles ſich gleich geblieben iſt.“
„Erinnern Sie ſich noch, Herr Lange, einer unſe⸗ rer letzten Unterredungen vor meiner Abreiſe, da⸗ mals, wo wir beide uns ein beſtimmtes Ziel für unſer Leben ſetzten?“
„Ganz wohl, und ich will gern glauben, daß wir beiderſeits noch immer auf die Erreichung dieſes Zieles ausgehen. Sie ſind heute nicht mehr daſſelbe Fräulein Helfrid, wie damals, als ich vor acht Jah⸗ ren Ihnen Lebewohl ſagte. Sie haben dieſe Zeit angewendet, um den Schatz Ihrer Kenntniſſe zu vergrößern und Herz und Verſtand auszubilden.“
„Das iſt allerdings geſchehen; aber ich kann doch noch nicht ſagen, daß ich am Ziele angekommen bin.“
„Es iſt auch ein Ziel, dem Sie Ihr Leben lang eben nur nachſtreben ſollen; denn wir können nie⸗ mals auf Erden von uns ſelbſt ſagen: Nun habe ich meine moraliſche und intellektuelle Vollkommen⸗ heit erreicht. Mit jedem Schritt, welchen wir auf dieſer Bahn vorwärts thun, erkennen wir deutlicher, wie nothwendig es iſt, auf derſelben niemals ſtille zu ſtehen. Wir dürfen niemals ermüden oder uns der Meinung hingeben, genug gethan zu haben.
Wer nicht vorwärts geht, der geht rückwärts. Das
iſt ein Geſetz, welches in der ganzen Ordnung der Natur ſeine Gültigkeit hat.“ „Ach ja, das was wir wirken können, iſt ja immer noch ſo wenig im Verhältniß zu dem, was wir dem Schöpfer ſchuldig ſind. Ihnen, Herr Lange, iſt es inzwiſchen gelungen, durch Arbeit und Thä⸗ tigkeit eine ökonomiſche und ſociale Unabhängigkeit


