Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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hielt ſich dieſelbe in einem Cabinet neben dem Salon verborgen.

Als Conſtanze bei Stephana eintrat, ſagte ſie lachend:

Ich fürchte, meine beſte Stephana, das Wich⸗ tige, was Du mir zu melden haſt, beſteht blos darin, daß Du von Langeweile geplagt biſt und meine Anweſenheit wünſcheſt, um Dir Zerſtreuung zu bereiten. Der Onkel iſt wohl auf eine halbe Stunde fortgegangen, und dieß macht Dich untröſtlich.

Du irrſt Dich; ich habe gar keine Langeweile, und Hermann kommt eben, wie Du ſiehſt, erwie⸗ derte Stephana, indem ſie auf ihren Mann deutete, welcher gerade eintrat.

Nun, was iſt es dann? fuhr Conſtanze fort, indem ſie in einem Fauteuil Platz nahm und ſo⸗ mit dem Cabinet den Rücken zukehrte.

Ei, ich habe einen Brief von Olga erhalten, welche nun in vollem Ernſt ſich in Dalekarlien nie⸗ derzulaſſen gedenkt und dort ein kleines Beſitzthum durch Kauf erwerben will.

Liebe Stephana, das iſt eine ſo unangenehme Neuigkeit, daß Du damit wohl noch hätteſt warten können. Ich begreife wahrhaftig Olga nicht, daß ſie ſo getrennt von ihrer einzigen Schweſter zu leben vermag.

Iſt Olga's Benehmen ſeltſamer als das Deinige. da Du ſechs Jahre im Auslande herumreisteſt und ſie hier ließeſt. Damals waret ihr durch einen viel größern Abſtand von einander getrennt.

Das war etwas ganz Anderes. Ich ging einer unglücklichen Liebe aus dem Wege; ich wollte Allem entfliehen, was mich an ihn erinnerte.

Schwartz Arbeit adelt den Mann. II. 21