Ausbildung ihrer Untergebenen wirkte, Nutzen zu ſtiften. XLVI.
Wie trug Jvar ſein Schickſal nach Olga's Ver⸗ mählung? Ganz wie ein Mann, welcher vollkom⸗ men zu verſtehen gelernt hat, daß es ein Heilmittel für alle moraliſchen Schmerzen gibt, und das iſt die Arbeit.
Er verdoppelte ſeine Thätigkeit, und vergebens
hätte man auf der wolkenloſen Stirne des flinken Werkmeiſters nach einer Spur von Herzenskummer geforſcht. Davon ſtand in ſeiner Miene nichts zu leſen. Als Lange abreiste und Jvar die alleinige Ver⸗ antwortlichkeit für die Leitung der ganzen Fabrit übernahm, wurde ſeine Zeit ſo ſehr in Anſpruch ge⸗ nommen, daß ihm für kummervolles Nachſinnen über vereitelte Hoffnungen u dgl. Nichts davon übrig blieb. Alle ſeine Gedanken waren eben der Ver⸗ antwortlichkeit, welche ihm oblag, zugewendet, und er vergaß ſich ſelbſt völlig, um nur redlich ſeine Pflichten gegen Lange zu erfüllen.
Ein großer Schriftſteller ſagt einmal:„Es iſt nur das Loos des Müßiggängers, von ſeinem Kum⸗ mer verzehrt zu werden, der Fleißige vergißt ihn unter ſeiner Arbeit.“ Für die Wahrheit davon lie⸗ ferte Jvar den Beweis. Von ganzer Seele und von ganzem Herzen liebte er die Arbeit, und wir glau⸗ ben beſtimmt, daß es ihm durch ſie und mit ihr ge⸗ lungen ſein würde, ſich über jeden Verluſt im Leben zu tröſten.


