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„Conſtanze!“ rief Lange und ergriff lebhaft die dargebotene Hand.
„Jacobo, Sie haben das gewußt und verſtanden, aber Sie wollten nicht daran glauben.“
Einige Tage darauf reiste Lange ab. Beim Abſchied von Conſtanze hatte er geſagt:
„Wenn ich bei der Heimkehr nach Jahresverlauf die Freundin wiederfinde, dann werde ich wagen, an Conſtanze's Herz zu glauben.“
XLV.
Lange trat ſeine Reiſe an.
Conſtanze war vollkommen verändert. Das Leben erſchien ihr nicht mehr öde und leer, ſondern voll von reichen und unerſchöpflichen Schätzen an Freude und Glück. Die junge Herrin von Sturesjö ver⸗ lebte ihre Tage nicht in trägem Vegetiren, ließ ſich bei ihrem Thun nicht von Launen und Einfällen leiten, ſondern machte ſich einen Plan und ein Ziel für ihre Wirkſamkeit. Wahr iſt, daß in ihrer Hand⸗ lungsweiſe nichts Gleichmäßiges zu erkennen war, ſondern daß ſie Eines und Dasſelbe immer auf ganz verſchiedene Art ausführte. Konſequent in der Hauptfache, war ſie in Kleinigkeiten veränderlich. Dieß bewirkte, daß ſie jedem Ding, das ſie unter⸗ nahm, auch jedesmal bei deſſen Ausführung wieder ein neues Gepräge verlieh. Der flüchtige Beobach⸗ ter hielt ſie für regellos, und dennoch verfolgte ſie mit unerſchütterlicher Feſtigkeit ihren Vorſatz, da⸗ durch daß ſie für die Wohlfahrt und die moraliſche


