Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Wiſſen Sie, Fräulein Conſtanze, was ich heute gewünſcht habe?

Conſtanze ſah ihn fragend an.

Daß Sie meine Freundin werden möchten. Es wäre Etwas, das der Phantaſie ſchmeichelte, während ich getrennt von Ihnen lebte, obwohl meine Ver⸗ nunft mir ſagt, daß ich bei meiner Rückkehr Sie verändert finden würde.

Mich? fragte Conſtanze, ihn abermals an⸗ blickend;ich verändere mich niemals.

Nehmen Sie ſich in Acht; ich könnte Ihnen leicht das Gegentheil beweiſen.

Ich fordere Sie heraus, dieß zu thun.

Einmal es ſind ſeitdem viele Jahre ver⸗ floſſen gaben Sie die Verſicherung, Sie könnten niemals einen andern Mann lieben, als den, welchem Sie damals Ihr Herz ſchenken. Die Kräfte der Seele reichen nicht aus, um zweimal ſo zu lieben, ſagten Sie. Ein paar Tage hernach...

Verleitete mich mein thöricht argwöhniſches Weſen...

Still, das gehört nicht hieher. Genug, Sie hörten auf, jenen Mann zu lieben.

Jacobo heftete bei dieſen Worten das Auge auf ſie und ſetzte langſam hinzu:

So würde es auch mit Ihrer Freundſchaft gehen, im Fall Sie mir dieſelbe ſchenkten.

Ebenſo treu, wie mein Herz Jahre lang an dem einzigen Mann hing, den es je geliebt hat, ſo treu wird auch meine Freundſchaft ſein, antwortete Conſtanze, indem ſie ihm die Hand reichte.