Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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ſchwärmten, welcher ſich durch eigene Arbeit einen Weg gebahnt hat, ſetzen Sie ſich ſelbſt hin und verſchwenden Ihr Leben ohne Beſchäftigung. Sie verdammen den Müßiggang durch Ihre Worte und huldigen ihm durch Ihr Leben.

Es wird ein Tag kommen, wo der Ueberdruß ſich einfindet, wo die Zeit lang wird, wo ſelbſt die Launen ihres Reizes entbehren. Suchen Sie dem Erſcheinen dieſes Tages vorzubeugen; dieß wünſcht der, welcher nicht wagt, Ihr Freund zu ſein.

Jacobo Lange.

Conſtanze hatte während des Leſens unaufhörlich die Farbe gewechſelt, und eben dieſer wechſelnde Geſichtsausdruck bewies, daß jedes Wort in dieſem abſonderlichen Brief irgend einen empfindlichen Punkt in ihrem Herzen berührte. Als ſie damit zu Ende kam, erſchien ſie förmlich aufgebracht. Gleichzeitig war aber auch ihr Stumpfſinn verſchwunden, und ſie empfand ein lebhaftes Verlangen, ſogleich unter dem Einfluß ihres Zorns dieſes höchſt impertinente Schreiben zu beantworten.

Beſchluß und That folgten bei Conſtanze un⸗ mittelbar auf einander. Deßhalb ſetzte ſie ſich nie⸗ der und ſchrieb eine Erwiderung folgenden Inhalts:

Herr Lange!

Ich ſollte Ihnen für Ihre Artigkeit, mir Blu⸗ men zu ſenden, meinen Dank abſtatten, aber auf⸗ richtig geſagt, vermag ich das nicht, denn Ihr Brief war allzuvoll von Dornen, als daß er nicht hätte verwunden ſollen.