Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Ja, aber mein Gott ſo ſchnell Sie auch mit der Antwort auf dieſe Frage fertig ſein mögen, ſo ſind Sie doch weit davon entfernt, ſie zu verſtehen. Sie vergeſſen leicht Andere um Ihrer ſelbſt willen.

Geſtehen Sie, daß Sie mich jetzt dreiſter finden, als es ziemlich iſt. Vergeſſen Sie nicht, daß Sie das, was ich heute ſage, auf Rechnung des ver⸗ meinten Freundes ſetzen müſſen.

Sie ſind unruhig über Ihrer Schweſter Zukunft. Das iſt natürlich; aber nicht natürlich iſt es, daß Sie ſich Ihr Leben verbittern. Ihre Schweſter wird darum nicht weniger unglücklich, weil Sie ſich Ihr

eigenes Geſchick unerträglich zu machen ſuchen.

Fräulein Conſtanze, wir Menſchen, die wir eine ſo kurze Zeit zum Leben haben, dürfen uns nicht mit dem, was völlig nutzlos iſt, beſchäftigen. Wenn Sie dadurch, daß Sie ſich das eigene Leben ver⸗ bittern, aus dem Ihrer Schweſter jeden Schatten eines Kummers entfernen konnten, ſo wäre ich der Erſte, der Ihren Vermuthungen Beifall ſchenkte und erforderlichen Falls Ihnen beiſtände, Ihr Daſein ſchwer und düſter zu machen, denn es geſchähe we⸗ nigſtens für einen guten Zweck; ſo aber möchte ich wünſchen, Ihnen beweiſen zu können, daß eine edlere, Andern nutzbringendere Stimmung Ihnen geziemt.

Sie haben der Arbeit Beifall geſchenkt. Sie ſind eine der erſten Perſonen geweſen, welche Jvar Achtung bezeigt haben. Sie haben mit Wärme darüber geſprochen, und ich habe mit Freude Ihren Worten zugehört.

Worte ſehen Sie, das iſt Alles. Wird das auch ſo bleiben? Während Sie für denjenigen