Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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vorgenommen hat Ihnen einige Worte der Wahrheit zu ſagen, und Sie werden dieſelben verſtehen, ſo geneigt Sie auch ſonſt ſind, Alles, was gut gemeint iſt, zu mißverſtehen.

Sie ſind nach Sturesjö übergeſiedelt, feſt ent⸗ ſchloſſen, dort das Leben einer Einſiedlerin zu führen. Sie halten das für eine Pflicht, weil Ihre Schweſter, wie Ihnen dünkt, eine minder glückliche Partie ge⸗ macht hat. Sie ſind auf die bizarre Idee gekommen, ſich Ihr Leben ſo viel als möglich zu verbittern, und ſomit jeglicher Freude zu entſagen, in der Voraus⸗ ſetzung, daß es auch Ihrer Schweſter daran gebrechen werde. Dieſe Idee iſt ganz eigenthümlich und ſtimmt mit dem Unmotivirten in Ihrem Charakter vollkommen überein. Ich bin auch überzeugt, daß Sie im Laufe eines ganzen Monats alle möglichen Auswege finden werden, um ſich ſelbſt zu quälen.

Wenn es Ihnen auf dieſe Weiſe gelungen iſt, ſich das Leben recht unerträglich zu machen, ſo wird auch dieſes den Reiz der Neuheit verlieren, und Sie gerathen dann auf irgend einen andern Einfall, der von ebenſo wenig Verſtand zeugen wird, wie jener. Unter dieſem Spiel mit Glück oder Unglück verlieren Sie viel Zeit und gewinnen keinen Frieden.

Frieden! Ach es iſt ja der einförmige Frieden, welchem Sie zu entfliehen ſuchen, und daher dieſe Jagd nach Allem, was die Vorkommniſſe des Lebens aus ihrem ruhigen und gleichmäßigen Gange zu reißen vermag.

Sagen Sie mir, Fräulein Conſtanze, glauben Sie nicht, daß wir Sterbliche auch Pflichten gegen unſere Mitmenſchen erhalten haben? Sie antworten