Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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eines Verbrechens, das er begangen hatte, weil die Arbeit ihm verhaßt war.— Er klagte Conſtanze an, daß ſie auch hieran die Schuld trage.— Und er ver⸗ fluchte ein Gefühl, welches er als die Quelle aller ſeiner Frevel anzuſehen geneigt war.

LXII.

Während dieſe Ereigniſſe im Innern des frei⸗ herrlichen Hauſes ſtattfanden, wurde eine ſtumme Scene im Vorzimmer aufgeführt.

Herr Friederich, welcher eine Treppe weiter oben eine kleine Liebſchaft hatte, war, ſo lang die beiden Brüder mit einander ſprachen, hinaufgegangen, um mit ſeiner Schönen ein wenig zu plaudern, und hatte die Thüre des Vorzimmers unverſchloſſen gelaſſen. Er wollte ihr blos ein paar Worte ſagen, und ſogleich wieder umkehren; aber nun kann wohl kein Sterblicher es ihm verdenken, daß die Zeit ihm allzu ſchnell verging. Genug, der Augenblick verwandelte ſich in eine halbe Stunde.

Ein in Lumpen gehüllter Bettler ſchlich inzwiſchen die Treppe herauf und bis zu der Thüre des Vor⸗ zimmers, welche nur angelehnt war. Mit größter Vorſicht ſchob er ſie ein wenig zurück und blinzelte hinein. Haſtig zog er dann den Schlüſſel aus dem Schloſſe und drückte ihn in ein Stückchen Wachs ab, welches er in der Hand hielt; dann ſteckte er ihn wieder in's Schloß und ging ebenſo unbemerkt davon, wie er gekommen war.