Evert hatte den Kopf zurückgeworfen und ſah Conſtanze mit einem übermüthigen Blick an; dann fuhr er fort:
„Sie glauben vielleicht, mit einem Lächeln, mit einem zauberiſchen Blick oder dergleichen mich be⸗ ſänftigen zu können; aber Sie irren ſich. Wenn ich Sie jetzt anſehe, frage ich mich ſelbſt: Iſt das wirklich die Frau, welche Du Jahre lang bis zum Wahnſinn geliebt haſt, und mit welcher Du nun ohne einen Schatten von Erregung ſprechen kannſt?““
„Erlauben Sie, daß wir von dieſem Thema ab⸗ brechen; denn es iſt jetzt ganz gleichgültig was Sie für mich fühlen. Es handelt ſich um meine Schwe⸗ ſter. Sie ſagten, Sie haben meine Ankunft hier abgewartet. Was meinten Sie damit?“
„Daß Sie als Schweſter die Erniedrigung thei⸗ len müſſen, welche vielleicht Olga zufällt. Ich war barmherzig genng, ihr eine Tröſterin geben zu wollen.“
„Aber Sie können unmöglich ſo grauſam, ſo ſchonungslos ſein, Schimpf und Schande über die Frau zu bringen, welche Ihren Namen ge⸗ tragen hat.“
„Ich kann nicht!“ wiederholte Evert;„was ſollte mich abhalten? Ich habe dieſelbe niemals ge⸗
liebt und kann ſomit nicht in Folge eines ſolchen Befühls zur Schonung geneigt ſein; ich liebe ebenſo
wenig Sie und kann ſomit auch nicht mit Rückſicht auf Sie irgend eine Duldſamkeit üben. Worauf hoffen Sie alſo?“
„Auf Ihren Egoismus.“
„Da haben Sie ihn unrichtig aufgefaßt, wenn


