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auf eine entſetzliche Weiſe ſich ſelbſt und mich com⸗ promittirt hat. Ich brauche nicht an ihre Schuld⸗ loſigkeit zu glauben, und es iſt auch nicht meine Abſicht, es zu thun. Ich weiß nur Eines, und das iſt: ich kann ſie dafür ſtrafen, daß ſie mit meinem Namen zu ſpielen gewagt hat. Ich habe ihre Ehre in meiner Gewalt und kann ſie Blatt für Blatt zerpflücken, und ihre Perſon ſelbſt zum Gegenſtand der Verachtung für Andere machen. Sehen Sie ein, wie erniedrigend es für Olga ſein muß, ſchon nach ſo kurzer Ehe ſich den Ruf einer treuloſen Frau zu⸗ zuziehen.— Nun, Fräulein Conſtanze, werden Sie nicht auch jetzt mich mit Hohn von ſich weiſen? Werden Sie nicht Ihre ſtolzen und übermüthigen Worte mir ins Geſicht ſchleudern?— Sie ſchweigen. Sollte es Ihnen wirklich an Ausdrücken fehlen, mir Ihren Abſcheu zu verdolmetſchen?“
Evert lehnte ſich an den Kamin und betrachtete Conſtanze, welche, den Kopf in die Hand geſtützt, den ganzen Abgrund, welcher gähnend vor Olga ſich aufthat, zu überdenken ſchien. Nach einer langen Pauſe blickte ſie auf.
„Was iſt der Preis dafür, daß Sie meine Schwe⸗ ſter nicht ins Unglück ſtürzen?“ fragte ſie.„Oder was fordern Sie dafür, daß eine unſchuldige Frau nicht von Ihnen gebrandmarkt wird.“
„Der Preis, fragen Sie?— Vor anderthalb Jahren hätte ich von Ihnen einen Preis verlangen können, wofür ich Alles geopfert haben würde. Jetzt haben Sie mir Nichts mehr zu ſchenken, ich Richts mehr von Ihnen zu begehren. Ich fordere ich wünſche Nichts.“


