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hat. In einem ſolchen Fall hintergeht ihr Frauen die ganze Welt, eure Männer, eure Angehörigen, und Gott ſelbſt, wenn ihr könntet.“
Conſtanze und Evert waren inzwiſchen in den kleinen Salon eingetreten.
„Sie wagen doch nicht zu behaupten, daß Olga...“
„Ihren Mann betrogen hat? Ja, ich be⸗ haupte das nicht allein, ſondern kann es auch be⸗ weiſen!“ rief Evert in verändertem Ton und ſah Conſtanze ſtolz an.„Ja, Fräulein Conſtanze Callen⸗ ſtierna, erbleichen Sie jetzt nur! Sie haben Grund dazu; denn von meinem Edelmuth hängt hinfort die Ehre Ihrer Schweſter wie Ihre eigene ab. Ich kann, wenn es mir beliebt, ſie der Verachtung und dem Skandal preisgeben. Daß ich es nicht bereits gethan, kommt daher, weil ich Ihre Ankunft abwar⸗ ten wollte.“
„Ich kenne das unglückliche Ereigniß nicht, wel⸗ ches einen Schatten von Grund zu der Anklage Olga's gegeben hat; aber ich weiß und fühle, daß ſie unſchuldig, daß Trug und Treuloſigkeit ihr un⸗ möglich iſt.“
„Wirklich!“ rief Evert hohnlachend. Er erzählte ſofort mit hölliſchem Spott Olga's Beſuch bei Jvar⸗ ſon und ſetzte dann hinzu:
„Vermuthlich wollen Sie ſo weit gehen, zu be⸗ haupten, eine junge, verheirathete Frau könne einen jungen, ledigen Mann beſuchen, ohne daß hierin etwas Arges liege. In dieſem Fall ſind Sie gewiß die einzige Perſon, welche die Sache ſo liberal be⸗ urtheilt. Es handelt ſich nicht darum, ob ſie eines Verbrechens ſchuldig iſt oder nicht, ſondern daß ſie


