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wicht darauf legteſt, daß der junge Mann Geſchmack an Dir finde,“ fiel Conſtanze ein.
„Ja gewiß; ich wünſche von ganzem Herzen, ihm zu gefallen.“
„Aber, Du haſt ihn ja erſt zweimal geſehen.“
„Nun, und dann? Bedarf es wirklich mehr, als einen Menſchen einmal zu ſehen, um Sympathie zu fühlen?“
„Das heißt, Olga bedarf nicht mehr, um in Flammen zu gerathen. Heute Abend brennt ſie für den Ingenieur, aber morgen hat ſie ihn für einen Andern vergeſſen,“ bemerkte Stephana.„So lang das Fieber dauert, möchte ſie in der Welt das Oberſte zu unterſt kehren, um ſich beliebt zu machen; aber zum Glück pflegt das ſchnell vorüber⸗ zugehen.“
„So ſprichſt Du, Tante!“
„Olga geräth ſomit leicht in Flammen?“ fragte Conſtanze.
„Ungemein!“ verſicherte Stephana.„In dieſem Fall habt ihr große Aehnlichkeit mit einander. Doch muß ich zugeben, daß Olga Dich noch übertrifft, Conſtanze.“
„Aber es iſt doch abſcheulich, Dich ſo ſprechen zu hören, Tante. Für wie Viele habe ich denn ſchon gebrannt?“
„Für Unzählige! Die ganze Nacht würde nicht hinreichen, wenn ich alle aufzählen wollte; alſo ſchlaft wohl! Ich wette darauf, daß der Ingenieur morgen vergeſſen iſt.“
Stephana küßte Olga auf die Stirne, reichte Conſtanze die Hand und verließ das Zimmer.


