wird unwillkürlich zur Bewunderung des Glücklichen gezwungen, in deſſen Seele ein Strahl von jenem göttlichen Lichte, das wir Genie nennen, gefallen iſt.“
„Uebrigens,“ bemerkte Jacobo,„darf man nicht vergeſſen, daß, je größer die Leichtigkeit wird, auf verſtändige und ſchnelle Weiſe die Waaren für unſere täglichen Bedürfniſſe zu produciren, deſto mehr Zeit zur höheren geiſtigen Entwicklung des Menſchen übrig bleibt.“
„Die Bedürfniſſe mehren ſich aber auch mit der Leichtigkeit ihrer Befriedigung,“ äußerte Conſtanze mit etwas unſicherer Stimme und ohne die Perſon, mit welcher ſie ſprach, anzuſehen.
„Wahr, aber gerade in dieſer ewigen Wieder⸗ geburt liegt eine göttliche Weisheit, welche bewirkt, daß der Menſch in Allem nach größerer Vollendung ſtreben ſoll. Seine Gewohnheiten, ſeine Genüſſe und Bedürfniſſe wachſen nicht; aber ſie wechſeln die Ge⸗
ſtalt, und die Veränderung erzeugt auch neue Be⸗
ſtrebungen.“
Jacobo redete, ohne ſeine Worte direct an Con⸗ ſtanze zu richten.
Das Geſpräch ging noch eine Weile in dieſem Geiſte fort, bis Kurt einfiel:
„Die Poeſie wird wohl am Ende das Feld räumen müſſen, denn ſie iſt nichts weiter, als ein Ueberreſt aus den Zeiten der Barbarei. Als es dem Menſchen an Kenntniſſen und Thatſachen fehlte, um ſich darauf zu ſtützen, war die Phantaſie ſeine einzige Weisheitsquelle. Dichtungen und Träume dienten zum Erſatz für die Vernunft. In demſelben Maaße, als ſein Verſtand ſich aufklärte, wurde die
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