„Aber wie iſt es möglich, daß Ihr mich nicht ſogleich erkannt habt, Meiſter Bengt?“
„Als ich Sie zuerſt ſah, kam es mir vor, als wären die offenen und treuherzigen Augen mir be⸗ kannt, aber dieß war auch Alles, denn von einem kleinen, ſchwächlichen Jungen ſind Sie ja zu einem ganzen Mann herangewachſen, und der Bart hat 5 Sie ſo ganz verändert. Herr Gott, ich hätte nie⸗ mals geglaubt, als ich von dem armen weinenden 8 Jvar in Gothenburg Abſchied nahm, von wo Sie
die weite Reiſe antraten, daß er, wenn wir uns wieder treffen würden, mein Vorgeſetzter und ein Mann von ſo großem Rufe werden ſollte. Eine ſolche Freude für mich.“
„Nun, es wäre auch eine Schande für mich, wenn ich Euch, Bengt, der mich aufnahm, da ich ganz verlaſſen und beinahe verhungert war, nicht Ehre gemacht hätte. Niemals werde ich vergeſſen,„ wie viel Gutes ich von Euch und Mutter Inga ge⸗ noſſen habe. Die Erinnerung daran hat mich dieſe ſechs Jahre begleitet, welche ſo manche Kämpfe und Lei⸗
den in ſich ſchloſſen; aber was hat das zu bedeu⸗ ten? Wer von Gott Geſundheit und ein paar ſtarke Arme bekommen hat, iſt reich, ſagte mir ein⸗
mal Jemand. Ich bewahrte die Worte in meinem Gedächtniß, und ich habe mein Kapital nicht unbe⸗ nützt vergraben.“
Bengt und Jvar ſprachen mit einander bis tief in die Nacht hinein. Der Erſtere erzählte, wie Gott ſeine Arbeit geſegnet hatte, ſo daß er ſeine Hütte umbauen und in ein hübſches Wohnhaus verwan⸗ deln konnte. Er war nun ein wohl geborgener Ar⸗


