11
„Und die Herrſchaften haben ſich ſeitdem nicht wieder geſehen?“
„O ja, bei meiner Konfirmation vor fünf Jahren. Ich war damals mit Onkel Romarhjerta's in Stock⸗ holm, weil ich von dem Paſtor primarius Petters⸗ ſon Religionsunterricht erhielt. Seitdem bin ich hier zu Kungsborg bei Tante Stephana geweſen, und Conſtanze hat faſt die ganze Zéit im Auslande zugebracht. Jetzt endlich fühlte ſie ſich vom Heim⸗ weh ergriffen, und darum wird mir die Freude zu Theil, meine Schweſter wieder zu ſehen.
„Gedenken die Herrſchaften dann in Sturesjö ihren Wohnſitz zu nehmen?“
„Ganz gewiß. Tante Stephana und ich haben Alles in Ordnung gebracht, ſo daß, wenn Conſtanze eintrifft, ich wohl das liebe Kungsborg verlaſſen werde.
Olga ſeufzte, ſetzte aber gleich darauf mit einem muntern Lächeln hinzu:
„Ich bin förmlich neidiſch auf den Herrn Archi⸗ tekten der hier bleiben kann, während ich dieſen Ort, in den ich ganz verliebt bin, verlaſſen ſoll.“
„Sie ſind blos in den Ort verliebt?“
„Ach nein, unglücklicher Weiſe auch in Tante Stephana, in Onkel Romarhjerta und in den Fabrik⸗ herrn Lange.“
Kurt lachte und begann mit Olga über ihre Vielſeitigkeit in Bezug auf den Punkt der Liebe zu ſcherzen.
Jacobo hatte ſich, während Olga von Conſtanze redete, ſchweigend verhalten. Einer der Gäſte wandte ſich jetzt mit der Frage an ihn.


