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der Meinung geweſen, das zwiſchen ihr und ihm obwaltende Unrecht befinde ſich lediglich auf ſeiner Seite. Deshalb habe er ihm auch die Kranke nicht genannt, weil er, im Falle es geſchehen waͤre, die Zuruͤckweiſung ſeines Antrags mitzuge⸗ hen gefuͤrchtet.
Bald kam es heraus, daß des Paters Arg⸗ wohn ſich von den Eroͤffnungen der Frau her⸗ ſchrieb, welche jetzt Katharinens Pflegerin war. Der Moͤnch entdeckte naͤmlich dem Ritter, daß in den erſten Jugendjahren ſeine Neigung zu des Fraͤuleins nunmehriger Pflegerin ſo maͤchtig gewe⸗ ſen, daß er, ſtatt von der Buͤrgerstochter abzu⸗ laſſen, wie ſeine adelichen Aeltern ihm angeſonnen, den geiſtlichen Stand ergriffen habe. Zufällig ſey er ſpaͤterhin Katharinens Beichtiger geworden und erſt waͤhrend ihrer jetzigen Krankheit mit ſeiner vormaligen Geliebten zuſammen gekommen. Dieſe nun habe den erſten Grund zu des Fräuleins Nur⸗ ſey ſo fruͤhem Tode in Arthurs Treuloſigkeit ge⸗ ſucht..
Nachdem ihm der Ritter ſeine vormaligen Verhaͤltniſſe mit Katharinen naͤher beleuchtet hatte, ſprach der Moͤnch: Von hier, denke ich, werdet


