Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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findet ſich der Alte ſo gut fort, als jener Juͤng⸗ üng. Ich moͤchte den Blinden ſehen, der den Weg in dieſe Behauſung machen koͤnnte, ohne An⸗ ſtoß wie er! Schon als der junge Menſch noch bei ihm lebte, begegnete ich ihm oft allein, mitten in der Nacht. Vermuthlich iſt ſeine Blindheit nur ein Vorwand, um der Menſchen Herz deſto eher zum Mitleid zu bewegen. Und mit dem Vorgeben eines Alters, wie ſolches niemals ein Menſch erreicht, hat es ohnſtreitig dieſelbe Be⸗ wandniß. Der Wahnſinn, den ihm viele deshalb beilegen, mag wohl ebenfalls auf der Leute Gut⸗ muͤthigkeit berechnet ſeyn!

Arthur dachte ganz anders daruͤber, und be⸗ dauerte herzlich, daß ihm die Zeit gaͤnzlich fehle zum Beſuche des Greiſes, der, wie der Moͤnch noch bemerkte, mit keinem Menſchen Gemeinſchaft hielt..

Die jetzige Geſpraͤchigkeit des Paters befrem⸗ dete den Ritter, wenn er ſie mit dem fruͤhern ein⸗ ſilbigen Weſen zuſammenhielt, ſo ſehr, daß er ſich daruͤber Aufſchluß erbat. Treuherzig, wie er war, erwiederte der Befragte geradezu, er habe erſt durch die Art, wie Katharine ſich gegen ihn be⸗ nommen, ſein Zutrauen erworben. Vorher ſey er

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