Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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noch mit einer Theilnahme, die mich ſchwerer ver⸗ wundet, als alles Erlittene. Denn, wahrlich, um euch habe ich ſie am wenigſten verdient. Wiſſet, daß ich ganz allein es war, welche Unfrieden aus⸗ ſaͤete zwiſchen euch und die Geliebte, und Alles was mit dieſer in Beziehung ſteht. Auf das hef⸗ tigſte angegriffen von dem nahen Verhaͤltniſſe, in dem ich euch, nach der Ankunft der jungen Koͤni⸗ gin, mit einer Perſon erblickte, an die ich zuvor kaum noch dachte, glaubte ich nur in der Ver⸗ nichtung eures und des Gluͤcks eurer Geliebten das Ungluck meiner aufrichtigen Liebe zu euch tra⸗ gen zu koͤnnen. So ſtellte ich mich denn einzig darum recht freundlich gegen euch, um euch deſto ſicherer zu ſchaden. Die Wirkung meiner heimli⸗ chen Bosheit blieb nicht aus. Ich war ſchon dahin, daß Ritter Wellmoore mir verſprochen, ſeinen Willen nimmermehr in die Vermaͤhlung der Tochter mit einem Manne zu geben, den ich ihm als vollig wortbruͤchig an mir geſchildert hatte. Die Huld der Koͤnigin euch abzuwenden war mir ebenfalls ſchon gelungen, und endlich auch Blanca ſo eingeengt durch Vorſtellungen von allen Seiten, und ihr die Fortdauer ihrer Neigung zu euch als ein Verbrechen dargeſtellt,