Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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raͤthſchaften den Aufenthalt einer Frau von nicht gemeinem Stande ankuͤndigten, leitete man den Ritter nach einem voͤllig dunkeln Zimmer.

Gott ſey gelobt! rief es, als er dahinein⸗ trat, aus einem Winkel, wo ein Bett ſtand, ſehr ſchwach und doch mit unverkennbarer Anſtrengung. Licht! dann aber verlaßt uns! fuͤgte es dar⸗ auf hinzu.

Allein man ſetzte dem erſten Verlangen die Schonung entgegen, welche leidende Augen vor dem Lichte verlangten.

Ich begehre es! hieß die Antwort. Wozu Schonung fuͤr zwei Augen, die ohnehin in weni⸗ gen Stunden geſchloſſen ſind fuͤr immer?

Der Ton der letzten Worte ergriff den Rit ter wunderbar, und als mit der hereingebrachten Kerze er ſelbſt ſich dem Lager nahete, erkannte er, trotz der furchtbarſten Entſtellung durch eine ab⸗ zehrende Krankheit, in dem ſterbenden Menſchen, den der Moͤnch ihm angekuͤndigt hatte, Kathari⸗ nen, das verſchwundene Fraͤulein Nurſey.

Ihr erkennt mich wieder in dieſer Todtenge⸗ ſtalt begann ſie, als ſie allein mit ihm war ich ſehe das an euerm Erſtarren. Quaͤlt aber nur mein ohnehin genug geaͤngſtetes Gewiſſen nicht