Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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weniger, als das vermuthend, was ihn erwartete, nahte ſich ohne alles Arg.

Und der Graf redete ihn alſo an: Herzog von Hereford, ihr ſprachet vorhin anders, als ihr ſolltet von euerm Herrn, dem Koͤnige von Eng⸗ land. Behauptetet ihr doch, er verdiene nicht Herrſcher zu ſeyn uͤber dieſes Koͤnigreich, wenn er ohne vorhergehende Unterſuchung, und ohne ir⸗ gend einen vernuͤnftigen Grund, die tapfern Maͤn⸗ ner daraus verſtoße, die er zu Bewahrung und Aufrechthaltung deſſelben beduͤrfe. Mit meinem Leben gegen das eurige will ich beweiſen, daß ihr ein falſcher, unwuͤrdiger Verraͤther ſeyd!

Ganz betaͤubt von ſolch einer unerwarteten Rede trat der Herzog von Hereford zuruͤck, und ſtarrte ſprachlos ihn an. Dann aber nahete er ſich wieder feſten Schrittes, den Hut in der Hand, dem Koͤnige und ſeinem Anklaͤger, und ſprach zu dieſem: Graf Norfolk, ich ſage, daß du ein falſcher, unwuͤrdiger Verraͤther biſt, und werde das beweiſen mit meinem Leben gegen das deinige.

Darauf antwortete der Graf: Euer Wort ſoll zur Luͤge werden, und die Wahrheit das mei⸗ nige zum Siege fuͤhren.