125
Schaffot, doch in die Verbannung fuͤhren kann! Sieht es nicht aus, als wolle der Koͤnig den ge⸗ ſammten Adel nach und nach aus dem Reiche ja⸗ gen? Das kann doch, wahrlich, dieſem nur Nach⸗ theil bringen.
Auf dieſe Reden erwiederte zwar der Graf kein Wort, aber er ging zum Koͤnige und ſagte, im Beiſeyn des Herzogs von Lancaſter und des eben verſammelten Hofes: Gnaͤdigſter Herr, als zu euerm Hauſe gehoͤrig, und Marſchall dieſes Reichs, bin ich vor Andern euch Treue und Er⸗ gebenheit ſchuldig, und wuͤrde mich ſelbſt des ſchaͤndlichſten Verraths anklagen muͤſſen, wenn ich eurer Majeſtät Geſinnungen und Reden verſchwei⸗ gen wollte, die am Ende doch wohl eurer koͤnig⸗ lichen Perſon Nachtheil bringen koͤnnten.
Da richtete der Koͤnig ſein Auge feſt auf ihn und ſprach: Wozu dieſe Reden, Graf Norfolk? Ihren Sinn will ich wiſſen.
Nun fil der Graf dem Konige zu Fuße und ſagte: Laßt, gnaͤdigſter Herr, den Herzog von Hereford kommen, und ihr ſollt Alles in ſeinem Beiſeyn erfahren.
Koͤnig Richard befahl ihm aufzuſtehen, und ſchickte nach dem Herzoge. Dieſer aber, nichts


