Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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Blanca waͤre dem jetzt Abſchied nehmenden Ritter gerade ſo gern zu den Feſtlichkeiten gefolgt, als er ſolche vermieden. Allein ſein Dienſt bei der Dame, deren Kette er noch Tages zuvor oͤf⸗ fentlich zur Schau zu tragen hatte, war ihm nicht aufgekuͤndigt, und ob er ſchon, nach den von ſei⸗ nen Bekannten ihm zugegangenen Nachrichten uͤber ihr Benehmen beim Tanze, darauf ſchließen mußte, daß der flandriſche Ritter, den ohnehin ihre Farbe ſchmuckte, den Kampf mit ihm auf ihren Antrieb geſucht hatte, ſo erforderte doch die Artig⸗ keit, nach ihren Wuͤnſchen ſich zu erkundigen, und wie er ſie beim Feſte nicht fand, ſie in ihrer Woh⸗ nung aufzuſuchen.

Als er aber hier vor ihr erſchien, uͤberwaͤl⸗ tigte ſie der Zorn dergeſtalt, daß ſie ſich bis zu folgenden Reden vergaß:

Ich weiß nicht, Herr Ritter, ob es, nach euerm geſtrigen Benehmen, Schicklichkeit iſt, oder das Gegentheil, daß ihr mir in dieſe Zuruckgezo⸗ genheit gefolgt ſeyd. Krankheiten, wie die eurige am geſtrigen Abende, ſind zu unanſtändig, als daß ich meine Schaͤrpe an euerm Arme ferner ſollte gern ſehen können, zumal nach dem Siege, den ihr heute auf ſo unehrliche Weiſe davon truget.