Teil eines Werkes 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
Einzelbild herunterladen

120

Mit größtem Danke erkenne ich das, theurer Vetter,— ſprach der Koͤnig;— um ſo zuver⸗ ſichtlicher richten ſich auch meine fernern Wuͤnſche an euch. Der Punkt, auf dem ich mich befinde, muß das Verlangen in mir erwecken, den Thron dieſes Koͤnigreichs fuͤr immer aufzugeben. Denn wie moͤchte ich, nach dem, allerdings großentheils durch meine Schuld, Vorgefallenen, fernerhin dort ein Gluͤck, oder auch nur die Ruhe ſuchen, die jedem Menſchen ſo Noth thut? Erlaubt mir, Vet⸗ ter, daß ich in eure Hand die Krone niederlege, welche mir hinfort nur die peinlichſte Laſt ſeyn wuͤrde. Eins jedoch bitte ich dabei, naͤmlich eine Abgeſchiedenheit, bei der mein Leben unter euern Schutz geſtellt bliebe.

Gnaädigſter Herr— erwiederte der Herzog — auch wenn ich mich nicht unterfangen darf, die Krone zu ergreifen, deren ihr mein Haupt fuͤr wurdig achtet, ſo hoffe ich doch durch meine, dem Staate geleiſteten, treuen Dienſte ſo viel Ein⸗ fluß auf die Einwohner dieſer Stadt und vielleicht ſogar des ganzen Landes, errungen zu haben, um euch die Gewaͤhrung eures billigen Wunſches zu⸗ ſichern zu koͤnnen. Ein anſtändiger Bofſtaat, von euch ſelbſt beſtellt, ſoll der eurige bleiben, verußt euch auf mein Wort!