Teil eines Werkes 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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dem ihr eben viel zu viel ſagtet, wuͤrde ihm den Beweis meiner Treue gefuͤhrt, und zum Ueber⸗ fluß wuͤrden die Lippen, deren ihr ebenfalls nur allzuruͤhmlich zu gedenken geruhtet, ſolche beſie⸗ gelt haben.

Aber ihr Wort und Laͤcheln erweckten dem Koͤnige auf einmal das ganze Heer der finſtern Bilder wieder, welche bei ihrem Tanze ihm ent— ſchlafen waren. Eure Treue, ja, ja! rief er bit⸗ ter aus, ſie verlaſſend und zu ſeinem Windſpiel nach dem Fenſter eilend, das eben, aus dem Schlummer emporfahrend, leiſe anſchlug und den Laut bald recht ſtark wiederholte, als jetzt unten heftig an's Thor gepocht wurde.

Faſt zugleich eilte Wellmoore herbei mit der Nachricht, welche dem erbleichenden Koͤnige ſchon allein der Anblick der Reiterſchaar unten vor dem Schloſſe verkuͤndigte. Als er nun vernommen hatte, der Herzog von Lancaſter ſey ſelbſt unten, Einlaß begehrend, um das väterliche Erbe als Lehn zu nehmen und noch Einiges mit dem Kö⸗ nige zu beſprechen, da verſammelte Richard ſeinen Rath um ſich, und alles war der Meinung, daß der Koͤnig ſeinem Vetter Gehör geben moͤchte, weil ſo vielleicht die böſe Sache noch am beſten