Teil eines Werkes 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

an das Gefäß ſeines Schwertes. Aller Verrath iſt ſtets fern geweſen von meiner Seele und im⸗ mer bin ich bereit, den zur Verantwortung zu fordern, der es wagen zu duͤrfen glaubt, mich zu brandmarken mit dem ſchaͤndlichen Namen eines Verraͤthers. Ich bin erboͤtig dazu zu jeder Zeit und ſogar in dieſem Augenblicke, wenn Ew. Ma⸗ jeſtät mir ſolches geſtatten.

Nein, werther Vetter antwortete Koͤnig Karl. Schwerlich wuͤrde ſich in meinem ganzen Reiche auch nur einer finden, der eurer Ehre ſo zu nahe treten moͤchte. Das harte Wort mei⸗ nes Oheims ſtammt einzig aus euerm Vater⸗ lande her.

Da ſenkte der im Innerſten empoͤrte Her⸗ zog von Hereford ſein Knie vor dem Könige und ſprach: Eure Verſicherung, gnaͤdiger Herr, iſt mir deſſen hinreichende Buͤrgſchaft. Ich kenne die Feinde, die ich habe in meinem Vaterlande, aber ich kenne auch ihren Unwerth, und ich kenne die⸗ ſen, Gott Lob, nicht allein!

Der Koͤnig bat ihn aufzuſtehn und ſagte: Beruhigt euch, Vetter, Alles, hoffe ich, ſoll ſich zum Guten wenden und von eurer Heirath dann wieder die Rede ſeyn. Zuvor nur muͤßt ihr ohne⸗