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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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Aber ſo natürlich alles zugegangen war, fo

glaubte doch, wie es mirwenigſtens ſchien, die Für⸗ ſtinn an irgend eine höhere Einwirkung. Nur nach und nach fing ſie an, die Sache halb und halb als Scherz zu behandeln, fragte mich um mein Her⸗ kommen und Treiben, wovon ſie jedoch ſchon ziem⸗ lich genau unterrichtet ſchien, reichte mir dann mit unbeſchreiblicher Huld die Hand zum Kuſſe und ent⸗

ließ mich mit den Worten:Halten Sie ſich denn

bey der nächſten Jagd bereit! überlaſſen Sie mir, der Aſtern zu gedenken aber, dieſes Einzige

mache ich zur Bedingung! kein Wort von un⸗

ſerm Geſpräch vor der Hand zu Alffonſinen 17.

Die Fürſtinn hat mir das Miniaturbild wie⸗

der zuſtellen laſſen, für das größere Gemählde aber eine goldne Doſe mit hundert Louisd'oren geſchickt.

Nun braucht ihr mir lange, lange kein Geld zu

ſenden! übrigens wußte die Fürſtinn kein

lieberes Geſchenk für mich? Ich ſchnupfe ja nicht

Nein! glaube nicht, daß ich undankbar bin! Ich verehre die Fürſtinn als meine Wohlthäterinn und werde jedes Talent aufbiethen, das mir verlie⸗ hen ward, ihr meine Dankbarkeit zu bezeigen. Es war nur ſo ein wilder Einfall über die ganzen ge⸗ wöhnlichen Ehrenbezeigungen, ein recht ungeſchlach⸗

ter Einfall, wie mir wohl manchmahl kommen! 5