248 frevelhaften Sammtbaret, mit dem altdeutſchen Spitzenkragen, unter dieſer Gattung dienſtbarer Herrſchaften nicht eben im hohen Preife ſtand, ſo mußte ſich Alfonſine die Huldigungen dieſes einge⸗ bildeten Thoren gefallen laſſen und konnte nur ſel⸗ ten, nur durch Blicke mir ſagen, daß ſie lieber an meiner Hand gehen, an meiner Seite ſitzen würde. Indeß, ſo ſorgfältig wir über uns wachten, der Herr Hofſecretär ſchien doch von unſerer Au⸗ genſprache etwas entdeckt zu haben. Er richtete daher, um mir ſein übergewicht fühlbar zu machen, wähtend der Mittagstafel einige Mahl ſpitzige Ein⸗ ſälle gegen mich, womit ich ihn aber tüchtig ablau⸗ fen ließ. Der Wein aus dem fürſtlichen Keller fing nach und nach an, mehrere der ſchon nüchtern et⸗ was kupfernaſigen Herren und Damen zu erleuch⸗ ken. Der Reſpect verminderte ſich; ſie lachten ei⸗ nige Mahl, wenn der Herr Pofſecrerär abgeführt ward, daß ſchier Tiſche und Bäuche ſchütterten. Der kleine Sultan gerieth darüber außer ſich; auch er ſtürzte voll Ingrimms nun ein Glas nach dem andern hinein— kurz, als mich nach Tiſche Braun in einen Saal führte, um mir die gerühmten fürſt⸗ lichen Portraits zu zeigen, kam uns in kurzem, zitternd und faſt weinend, Alfonſine nachgeſtürzt, mit der Bitte, ſie gegen den Bofſecretär in Schutz zu nehmen. Alfonſine mußte erzählen. Der Hofſecretär hatte ſie aufgefordert, um mit ihr zu ländern. Sie
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