31 len plötzlich in meine Arme warf, was zuvor gewöhn⸗ lich nur 6 Abſchied und Wiederſehen Statt ze⸗ 6 hatte. Allein im? übrigen war er garnicht mehr
er Alte. unſer Hauptſtudium begann ihn anzuekeln. t ſchien alles anhaltende Studieren ihm zu⸗ wider geworden.“
„Eine Zeit lang wähnte ich, daß dieſer Zuſtand um ſo eher vorübergehen müſſe, da er ſich auf ein Ereigniß gründete, zu flüchtig, um von demſelben eine dauerhafte Wirkung zu erwarten. Kſeinau hatte nähmlich auf ſeiner Rückreiſe, unterweges vor ei⸗ nem Gaſthofe, einen Wagen halten, und in dieſen
unter andern ein ſehr ſchönes Mädchen ſteigen geſehen.
Während er den W Lirth vergebens nach ihr gefragt, war der Wagen davon gefahren, doch das Bild des Mädchens in ſeiner Seele zurückgeblieben, das mit jedem Augenblicke ſtärkere und leuchtendere Farben angenommen hatte. Ein ſolcher Eindruck, glaubte
ich, könne durchaus nicht von Dauer ſeyn, und ich
wünſchte nichts mehr, als daß die Si ihm noch einmahl im Leben begegnen und ſo durch ſie ſelbſt
der Farbenſchimmer ausgelöſcht werden möchte, we⸗ mit die Phantaſie meines Freundes ihm ihr Bild in
ſein innerſtes Weſen gezaubert hatte. Allein wie ſehr er auch überall nach dieſer Schönheit ſuchte, ſo fand
ſie ſich doch nirgends wieder.“
»Die Unruhe, welche ein ſo verfehites Streben in ihm hervorbrachte, ſchadete nicht allein ſeinen
Studien, ſie verwickelte ihn auch in andere 2.


