50 und, um dem Leben des Vortrages nicht zu ſcha⸗ den, dem Doctor Sinzer die Rolle des Redners überlaſſen will.
.
„Meine Freundſchaft mit dem Baron,“ fing der Doetor an, ſchreibt ſich von der Univerſität her, wo ſeine geiſtigen und körperlichen Vorzüge mich an ihn feſſelten und er meine Zuneigung mit einem unbe⸗ gränzten Vertrauen erwiederte. Bald mietheten wir eine gemeinſchaftliche Wohnung, und ſuchten es im Eifer des Studierens, welches wir beyde auf die Rechtsgelehrſamkeit gerichtet hakten, den meiſten übrigen zuvorzuthun. Nur während der halbjährlich einmahl eintretenden Ferien trennten wir uns, um in nnſere verſchiedene Heimath zu reiſen und das je⸗ desmahlige Wiederſehen hatte durch die kucze Ent⸗ behrung immerzweyfachen Reitz erhalten. Bey reich⸗ lichen Einkünften konnte es uns nebenher nicht an Bekanntſchaft mit den beſten Häuſern, ſo wie an andern anſtändigen Vergnügen fehlen, daher denn auch zwey Jahre verſchwunden waren, wir wußten nicht wie. Mit dem Schluſſe derſelben trat unſere pe⸗ riodiſche Trennung wie gewöhnlich ein“
„Ganz ungewöhnlich war dagegen die Art, mit welcher ſich Kleinau nach ſeiner Rückkehr benahm. In Hinſicht unſerer Freundſchaft war zwar nur in ſo fern eine Veränderung mit ihm vorgegangen, als er ſich jetzt im überfließen ſeiner Empfindung zuwet
*
.


