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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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Da ich ohnehin eben eine Reiſe nach Z. zu ma⸗ chen hatte, ſo nahm ich mir vor, mit zu ſeiner Gat⸗ tinn zu gehen. Der Onkel, deſſen gutes, freundli⸗ ches Weſen dem Baron wohlgeſiel, verſprach, wäh⸗ rend meiner Abweſenheit den Umgang des jungen Mannes nicht zu verſäumen, weil dieſer einer frem⸗ den Vernunft, die zugleich eine gewiſſe, ſcheinbars. Nachgiebigkeit zur Schau trug, in ſeinem mitleids⸗ werthen Zuſtande gar nicht entrathen konnte.

Um des vorhabenden Zweckes deſto gewiſſer werden, wandte ich mich noch am Abend meiner Ankunft in Z. an den Vater der Baroneſſe, welcher erſt vor wenigen Tagen von ſeinem Gute herge⸗ kommen war. Seine anfängliche Entrüſtung gegen den Schwiegerſohn verwandelte ſich nach meiner Darſtellung ſeines Zuſtandes gar bald in Mitleiden. Er nahm mich ſehr gütig auf, führte mich auch noch an demſelben Abend bey ſeiner Tochter ein. Welch eine hohe und reitzende Geſtalt! Man mußte. den Schmerz ſelbſt liebgewinnen vor dieſem, ſeinem lebendigen Bilde. Man konnte die leiſen Klagen die⸗ ſes dunkeln, durch ein unwürdiges Schickſal etwas znrückgedrängten Auges, ohne unwillkührliche Seuf⸗ zer nicht anſehen. Man mußte die intereſſante Bläſſe des ganzen wohlgeformten Geſichtes nur darum ver⸗ wünſchen, weil ſie einen Gemüthszuſtand zu verra⸗