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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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14 hängen ſchien, allein ſeine übrigen Eigenheiten ſpra⸗ chen außerordentlich zu ſeinem Vortheile und ich rech⸗

nete die Bekanntſchaͤft mit ihm zu den günſtigen

Ereigniſſen die ich erlebt hatte. Was mich vorzüg⸗ lich ſchmerzte, war, daß ich ſein volles Zutrauen, eben als es ganz auf dem Wege zu mir geweſen, durch den Gang zum Polizeydirector lich geſtört hatte.

Einmahl Abends war er wieder bis tief i in die Nacht auf meinem Zimmer. Wir hatten manchen Gegenſtand beſprochen, und dabey war ſo viel Zart⸗ heit des Gefühles von ſeiner Seite zum Vorſchein gekommen, daß ich gar nicht begreifen konnte, wie er ſeine Nächte worüber mir nun kein Zweifel weiter blieb gewöhnlich mit dem Auswurfe der Frauen zuzubringen vermochte. Als er fortging, konnte ich mich daher auch nicht enthalten, ihn zu erſuchen, daß er ſeine Geſundheit ſchonen und die Nacht dem Schlafe, dem ſie beſtimmt ſey, widmen möge.

Ich habe keinen Schlaf in der Nacht' antwor⸗

tete er, und zwey große Thränen utet dazu aus

ſeinen ſtarren Augen. üble Gewohnheit hat Sie unfehlbar darum ge⸗

bracht! verſetze ich, ihn freundlich bey der Hand faſ⸗

ſend. Verſuchen Sie, was dagegen zu thun iſt. Am Ende werden Sie ſchon wieder auf den Weg der Ordnung zurückkommen.

Nein! rief er.Im Hauſe kann ich die Nacht