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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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Beym Nachhauſegehen waren Kleinau und ich, dem Außern nach, ganz auf dem vorigen Fuße, auch forderte er mich nach dem Abſchiede noch recht dringend auf, die Verabredung für den morgenden Abend nicht zu vergeſſen. Deßungeachtet fühlte ich, daß ſich zwiſchen uns ein bedeutender Mißlaut ein⸗ gedrängt hatte.

Da es meiner Seits vermieden worden war, ſeiner Verhaftung wieder zu gedenken, ich auch ſonſt keine Gelegenheit gehabt hatte, mich nach den ei⸗ gentlichen Umſtänden derſelben zu erkundigen, ſo wußte ich noch immer nicht, wie es damit zuging. Am folgenden Tage erſt gelangte ich ganz zufällig zum Aufſchluſſe. Man hatte nähmlich gerade in der vorletzten Nacht eine Viſitation in verdächtigen Häu⸗ ſern gehalten, und unter andern den Baron bey ei⸗ nem öffentlichen Mädchen gefunden, auch um ſo weniger entlaſſen, da er ſchon den erwähnten Dolch, den er abgelegt gehabt, wieder zu ſich geſteckt, und dnurch das Tragen eines verbothenen Geweh⸗ res Verdacht auf ſich gezogen hatte. So ließ ſich denn das Gerücht ſeiner Verbrechen ohne Schwie⸗ rigkeit

Mein Umgang mit dem jungen Manne dauer⸗ te indeſſen mehrere Wochen fort. Zwar ließ ſich nicht läugnen, daß er ein ſehr wüſtes Leben zu füh⸗ ren und den wildeſten Freuden alle Nächte nachzu⸗