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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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irre bie zum A

ich mich wirklich mit ihm in ein Rebenzimmer ſetzte. Unmäßig, wie er beym Tanze geweſen war, benahm er ſich auch beym Weine. Doch ſchien er an letztern ſchon dergeſtalt gewöhnt, daß das Trinken ſeiner Beſinnung gar keinen Abbruch that. Daher ſuchte ich auch auf allerley Wegen vergebens, etwas von ſeinen Verhältniſſen zu erfahren. Nichts als kurze Reden, größten Theils Sarkasmen auf Welt und Schickſal, waren ihm abzunöthigen. Als wir am hellen Tage aus einander gingen, wußte ich nichts weiter, als daß er ein Baron Kleinau war, der einen anſehnlichen Reichthum an Geiſt und Witz be⸗ ſaß, und daher einer näheren Bekanntſchaft wohl werth ſeyn mochte. Mich wenigſtens freute es da⸗ mahls ſehr,daß er eine zweyteguſammenkunft wünſch⸗ te, auch verſprach ich, ihn am Abende in meinem Hauſe zu erwarten.

Ich hatte nicht Urſache, die neue Bekanntſchaft zu bereuen. Des Barons Geiſt und mannigfaches Wiſſen trat am zweyten Abende noch glänzender her⸗ vor. Dabey zeigte ſich ein Gemüth, reich und

ſchön und empfänglich für alles Gute und Große.

Nur war es allzu leicht verwundbar. Ich vermu⸗ thete dieß wenigſtens, ſo ſehr auch der Baron bey ſolchen Gelegenheiten ſeiner Haltung und ei⸗

nes Auges Meiſter zu werden ſuchte, welches oft

Fahnſinn umßerblickte. So viel ſchien