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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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6 und zwanzig Jahren, dabey ſo einnehmend gebil⸗ det, daß man ihn nicht ohne Wohlgefallen anſehen konnte. um für eine vollkommene Schönheit zu gel⸗ ten, hätte er nur weniger blaß ſeyn und ſein gro⸗ ßes, blaues Ange nicht ſo tief in der Höhle liegen müſſen. Auf der andern Seite aber erhöhte gerade dieſes das Intereſſe an dem leidenſchaftlichen Tän⸗ zer. Ich ſelbſt hatte mich ſchon verſchiedentlich nach ihm erkundigt, jedoch nichts weiter in Ehrfahrung gebracht, als daß er ein Fremder ſey, der ſeine Ausgaben an Geld und Kräften nicht ſonderlich zu be⸗ rechnen ſcheine. über letzteres gab dieſe Nacht neue Belege. Er war wenig vom Platze gekommen, und dabey immer in der gewaltſamſten Anſtrengung ge⸗ weſen. Jetzt ging er, erhitzt wie kein Anderer, nach dem Erfriſchungszimmer, und ich trat noch zu rechter Zeit zu ihm, um ihm ein Glas eiskalter Limonave von den Lippen zu reißen.

Warum das 2 fragte er lächelnd.

Weil Sie den Tod haben könnten!

Ach nein, mein Herr, ich bin von einer wahr⸗ haft eiſernen Natur. übrigens, fuhr er fort, iſt mir es mehr um das Trinken, als gerade um die⸗ ſes Getränk zu thun. Punſch oder Wein ließe ich mir auch gefallen. Hätten ſie vielleicht Luſt das Tages⸗ licht beym Glaſe zu erwarten, ſo würde ich gern von der Parthie ſeyn.

Das ganze Weſen des jungen Mannes ſchien mir ſo ſehr einer nähern Beobachtung werth, daß