Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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»Na, meine Schöne, werdet Ihr Euch ein wenig empor⸗ richten, damit ich ſehen kann, wer Ihr ſeyd?«

Anſtatt dieſer brutalen Aufforderung zu gehorchen, ſchloß die Geliebte Monmouth's die blutige Leiche ihres Geliebten nur noch feſter in ihre Arme, wie um ſie gegen eine ihr dro⸗ hende Gefahr zu ſchützen oder bei ihr Zuflucht zu ſuchen.

Ein eigenthuͤmliches Lächeln flog über Jeffreh's Geſicht. Er richtete ſich in die Höhe, kreuzte die Arme über der Bruſt und fuhr fort:

»Nun, habt Ihr mich vielleicht nicht verſtanden, Ihr hartnäckig Weinende? Richtet Euch doch aufl«

Henriette rührte ſich nicht.

»Ha!* dachte der Oberrichter,als meine Spione mir die Anweſenheit der beiden geheimnißvollen Freundinnen des Hingerichteten meldeten, war ich weit entfernt, an einen ſo ſchönen Fang zu denken. Sie verbirgt ſich ſie fürchtet erkannt zu werden. Ja, ſie iſt es es iſt wirklich Lady Wentworth. Ha! die reiche Familie der Wentworth und Strafford hat faſt weiter nichts zu thun, als ihre Guineen zu zählen. Welch ein glänzendes Löſegeld werde ich ihnen abver⸗ langen! Und ſie müſſen es bezahlen, denn Lady Henriette iſt im höchſten Grade ſtrafbar. Sie hat der Armee Mon⸗ mouth's Waffen und Geld geliefert es wird nicht ſchwer ſehn, dies zu beweiſen. Ich weiß ja Beweiſe für noch weit verborgenere Dinge zu finden.*

Dieſe Betrachtungen riefen einen ſanften Strahl von Freude auf dem Antlitz des vortrefflichen Jim hervor, da aber ſeine Geduld niemals ſehr groß war, ſo ſagte er in gebieteri⸗ ſchem Tone zu dem zitternden Saecriſtan: