Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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»Thut mir den Gefallen, Martins, dieſe Dame aufzu⸗ richten und zeigt mir ihr Geſicht.«

»Hier iſt es, das Geſicht, welches Ihr ſo begierig zu ſehen wünſcht, Mylord,« ſagte Lady Wentworth, indem ſie ſich auf⸗ richtete und einen funkelnden Blick aufZeffrehs heftete.Kennt Ihr mich?«

Ja,« antwortete der Oberrichter, indem er durch eine Geberde das Erſtaunen verrieth, welches die außerordentliche Bläſſe der jungen Frau in ihm erweckte,ja, Ihr ſehd Lady Wentworth.«

»Und Ihr freuet Euch, nicht wahr,« ſagte Henriette mit wehmüthigem Lächeln,Ihr freuet Euch des Gedankens, mir den Kopf abſchlagen zu laſſen wie wie dieſem Prinzen, zu deſſen Füßen Ihr jetzt liegen würdet, wenn ſein Unternehmen vom Sieg gekrönt worden wäre. Wohlan, nehmt mir denn meinen Kopf und nachdem Ihr mich getödtet, ſo ſehd wenig⸗ ſtens einmal in eurem Leben menſchlich laßt meine Leiche neben dem Herzog von Monmouth begraben und ich werde Euch noch ſegnen, wenn Ihr dies thut. Aber beeilt Euch, ich beſchwöre Euch. Wie ſchnell auch eure Todesurtheile ſehn mö⸗ gen, ſo habt Ihr doch einen furchtbaren Nebenbuhler, der mich noch vor Euch tödten wird, wenn Ihr Euch nicht beeilt.«

»Was wollt Ihr damit ſagen und warum taumelt Ihr ſo?« rief Jeffreys, indem er die Stirn mehr vor Unruhe als vor Zorn runzelte.

»Sagt, Mylord, verſprecht Ihr mir, mich hier neben ihm begraben zu laſſen?« fragte Henriette, ohne die Frage des Oberrichters zu beantworten.

»Laßt doch dieſe ſentimentalen Abgeſchmacktheiten!« rief dieſer mit immer höher ſteigender Unruhe, vund ſagt mir, was