Der Kopf rollte nicht auf die Breter und der Körper fuhr fort ſich zu bewegen.
*Ich habe dieſes erlöſende Gift bis auf den letzten Tro⸗- pfen getrunken und nun erbarme ſich Gott meiner Seelel« ſtammelte Lady Wentworth indem ſie ohnmächtig in Suſannens Arme ſank.
Ketch, der wie von Sinnen war, hieb, während ihm der Schweiß vom Geſicht troff und ſeine Glieder zuckten wie die des halben Cadavers, den er gemacht, mit verſtörtem Blick immer und immer wieder auf den Hals, der ſich gleichwohl nicht vom Rumpfe trennte.
Ein Geheul der Wuth und des Entſetzens erfüllte das ungeheure Amphitheater, auf welchem dieſer furchtbare Auf⸗ tritt ſtattfand.
»Werft uns Ketch über das Geländer herunter!« ſchrien die Zuſchauer, welche dem Schaffot am nächſten ſtanden.
Nun verlor der Henker vollends die Beſinnung.
»Bei allen Teufeln!« rief er, indem er das Beil von ſich warf,„ich kann es nicht thun— ich habe nicht den Muth dazu.«
»Nimm dein Beil, Elender!« rief ihm der Gouverneur des Tower zu,„und thue was deine Pflicht iſt.«
Der Nachrichter gehorchte und noch zwei Hiebe trennten endlich den Kopf vom Rumpfe. Das Volk durchbrach ſchon von allen Seiten das von den Soldaten um das Schaffot ge⸗ bildete Spalier.
„Zwanzig Mann,« ſagte der Gouverneur zu dem Offi⸗ zier, der ihm am nächſten ſtand,»zwanzig Mann ſollen den Nachrichter in die Mitte nehmen und ihn nach Hauſe escor⸗ tiren.*


