Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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Wenn ein Unglück geſchieht, ſo habt Ihr es nur Euch ſelbſt zuzuſchreiben, gnädigſter Herr.«

Ein Unglück? Was wollt Ihr damit ſagen?«

»Nichts!« entgegnete mit düſterer Miene der Mörder Roſe's.

Wohlan,« ſetzte Monmouth hinzu,»Ihr müßt Muth faſſen, mein Freund, und eure Pflicht ſo gut als möglich thun.«

Indem der Herzog dieſe Worte ſprach, kniete er nieder, warf noch einen letzten Blick auf das Fenſter des weißen Thur⸗ mes und legte ſein Haupt auf den Block.

Möge Gott eure Reue annehmen, gnädigſter Herr! möge Gott eure unvollkommene Reue annehmen!« riefen die Prälaten, indem ſie ſich einige Schritte von dem Henker und dem Delinquenten entfernten.

Gott möge unſere beiden Seelen aufnehmen!« ſagte Henriette, indem ſie das Giftfläſchchen an die Lippen ſetzte.

Ein dumpfer Schlag dröhnte auf dem Block. Das Blut ſpritzte und ein lautes Geſchrei hallte von der Menge empor und übertäubte einen herzzerreißenden Ausruf, der aus dem Thurme kam.

Der Herzog hatte den Kopf emporgerichtet und Jack Ketch bot, mit einem Fuße auf dem Block ſtehend, alle ſeine Kräfte auf, um das Eiſen des Beils aus dem Holze heraus⸗ zureißen, in welches es tief eingedrungen war.

O gnädigſter Herr,« ſagte er,ſehet mich nicht mit dieſer vorwurfsvollen Miene an! Ihr bringt mich aus der Faſſung!«

Der Verurtheilte ließ, ohne ein Wort zu ſprechen, ſeinen Kopf abermals auf den Block niederſinken und Ketch führte einen zweiten Streich