Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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ſagen hören, daß Ihr drei⸗ oder viermal nach ihm geſchlagen habt. Ich habe Befehl hinterlaſſen, daß Ihr noch einige Goldſtücke bekommen ſollt, wenn Ihr euer Werk gut ver⸗ richtet.*

Jack Ketch, welcher das Geſchenk des Prinzen mit ſiol⸗ zer, frecher Geberde in Empfang genommen, war unruhig geworden, ſo wie die furchtbaren Worte, die mit ſo wohlwol⸗ lender Miene an ihn gerichtet wurden, an ſein Ohr ſchlugen.

»Der Sohn Carls II., der König Monmouth, verachtet mich,« dachte er, indem er die Arme über der Bruſt kreuzte und den Kopf ſenkte.Er wirft mir dieſelbe Beleidigung ins Geſicht, wie Roſe. Er fürchtet, weil meine Hand einmal un⸗ ſicher geweſen iſt, daß ſie auch heute zittere. Ruſſell! Ruſſell! immer muß ich dieſelbe Beleidigung hören. Aber man ſoll nichtMonmouth! Monmouth!« hinzufügen, denn jetzt wird meine Hand nicht zittern, man hat nicht alle Tage ſchwache Stunden.*

Der Nachrichter faßte, indem er dies ſagte, den Stiel ſeines Beiles und ſchien verſuchen zu wollen, ob er es auch recht feſthalten und ſich ſeiner auf eine Art bedienen würde, welche des hohen Begriffs würdig wäre, den er ſich von ſeiner maestria machte.

In dieſem Augenblick kehrte der Verurtheilte, welcher ſeinen Rock und ſeine Weſte ausgezogen, zu dem Nachrichter zurück, nahm ihm das Beil aus den Händen und fuhr mit dem Finger über die Schneide des Eiſens

»Wißt Ihr auch gewiß, mein Freund, daß euer Beil gut geſchliffen iſt?s fragte er im ruhigſten Tone.

Ketch's Blick war beinahe verſtört und er flüſterte in heiſerem, dumpfem Tone:

Der Tiger von Tanger VI.