Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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Endlich erſchien auch der Herzog, und ſein Blick, der ſich ſofort nach dem Fenſter des Gefängniſſes richtete, in welchem Thomas Wentworth, Graf von Strafford, eingeſperrt gewe⸗ ſen, begegnete dem Blick Henriettens, die jetzt ſo nahe bei ihm war und ihr Geſicht dicht an die eiſernen Gitterſtäbe drückte.

Was die beiden Liebenden ſich in dieſem raſchen Blicke ſagten, welche Fülle von Liebe und Gedanken, Schmerz und Boffnung ſie austauſchten, läßt ſich nicht in Worte faſſen.

»Ha, Suſanne,« murmelte Lady Wentworth, ohne die Augen von Monmouth abzuwenden, welcher mit ſicherem Schritt ſich dem Blutgerüſt näherte,nun bin ich ruhig. Er wird einen heldenmüthigen Tod ſterben, der durch nichts ge⸗ ſtört werden kann. Wie Recht hattet Ihr, meine edle Freundin! ia, ja, wir werden einem edlen Schauſpiel beiwohnen. Se⸗ het, wie er lächelnd die Soldaten begrüßt, welche das Gerüſt beſetzt halten. Sehet, mit wie feſtem Fuße er die Stufen hin⸗ aufſteigt, welche ihn dem Tode nähern, ohne daß er, wie ich fürchtete, auf denſelben ſtrauchelte. Hört Ihr das Seußen und Schluchzen des Volkes, welches bis zu uns dringt? Ach⸗ Suſanne, das iſt ein Ton, welcher viele Klagen ſtillt, und zahl⸗ reiche und große Opfer als eine Kleinigkeit betrachten lehrt. Doch er gibt zu verſtehen, daß er ſprechen will. Hören wir, Suſanne. Hören wir, was er ſagen will.«

Henriette hatte ſich nicht geirrt. Der Herzog von Mon⸗ mouth wendete, in einfacher, aber dennoch ſtolzer Haltung auf dem Schaffot ſtehend, den dreiGeiſtlichen, welche mit ihm das verhängnißvolle Gerüſt erſtiegen hatten, den Rücken, ſo daß er dem Volke das Geſicht und dem Fenſter des weißen Thurmes das Profil zukehrte.