Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
Einzelbild herunterladen

ich gebe Euch gute Rathſchläge. Höret mich daher an ohne mich zu unterbrechen. Ihr wollt Suſannens Liebe beſitzen, nicht wahr? Ihr wollt es um jeden Preis? Und ſie, welche dieſe Liebe ſo vielen Andern geſchenkt hat, ſie will ſie an Euch verkaufen. Wohlan, dann müßt Ihr ſie eben kaufen. Um ſie aber zu kaufen braucht Ihr Gold, wie ich Euch ſchon geſagt habe. Dieſes Gold bietet ſich Euch dar. Jetzt iſt der Augen⸗ blick, Euch desſelben zu bemächtigen der ſo lange erwartete Augenblick. Er wird mit entſetzlicher Schnelligkeit vorüberge⸗ hen und Ihr würdet als großer Dummkopf handeln, wenn Ihr ihn verſtreichen ließet, ohne ihn zu benutzen. Grey ich beginne mit dieſem iſt ſo eben in London eingebracht worden und der König hat geſchworen, daß er eben ſo wie Monmouth den Kopf verlieren ſol. Man muß den König zwingen zu lügen! Lord Greh muß leben!«

»Wie, Mylord, das iſt ja unmöglich!« rief Chiffinch, in⸗ dem er eine Geberde des Erſtaunens machte.

»O, das iſt ſehr möglich!s entgegnete Jeffreys mit Nachdruck,dafern Ihr nemlich die Hand dazu bietet. Lord Grey hat bedeutende Beſitzthümer, aber keine directen Erben und folglich nur ein perſönliches Intereſſe daran. Wird er enthauptet, ſo können ſie nicht confiscirt werden, ſondern gehen auf ſeine mittelbaren Erben über. Was aber hätten wir dann für uns? Beinahe nichts! Nichts weiter, als was er bei ſeinem Tode nach an baarem Gelde in der Taſche hat. Das wäre ein ſchönes Geſchäft! Läßt man ihn dagegen am Leben, ſo kann ein unermeßliches Löſegeld von ihm verlangt werden. Ihr ſehet alſo, daß er begnadigt werden muß.«

»Ach, ich ſehe wohl, Ihr kennt Se. Majeſtät König Ja⸗ cob II. nicht, Mylord. Ich ſage Euch nochmals, daß an eine ſolche Begnadigung nicht zu denken iſt.«