Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
Einzelbild herunterladen

5

Ha, Mylord, wenn Ihr das entſetzliche Unglück wüß⸗ tet, welches mich betroffen, ſeitdem ich Euch nicht geſehen!« Sprechen wir zunächſt von eurer Hartnäckigkeit, Euch

euren theuerſten Freunden nicht zeigen zu wollen.*

Ihr ſehet, daß ich wohl daran gethan habe, mich ferne zu halten, da meine Traurigkeit mir, ſobald ich mich dazu verſtehe, in eurer Nähe zu erſcheinen, nur bittere Sarcasmen oder euer beleidigendes Mitleid zuzieht. Wenn ich Euch ſage, daß mich ein großes Unglück betroffen hat, höret Ihr nicht auf mich und ſprecht von etwas Anderem.*

Jeffreys begriff, daß er ſeinen ſpöttiſchen Einfällen ein wenig Einhalt thun müſſe.

Es war allerdings Unrecht von mir,« ſagte er, einen ernſten Ton annehmend,alberne Späße mit Euch zu ma⸗ chen, Freund Chiffinch. Ja, ich erkenne es an, ich habe Un⸗ recht gethan. Ihr müßt aber die That durch die Abſicht ent⸗ ſchuldigen. Ich wollte Euch ein wenig aufheitern und zer⸗ ſtreuen.«

Mich zerſtreuen? wiederholte der Page den Kopf ſchüttelnd.Mich zerſtreuen? Ganz gewiß hättet Ihr das nicht verſucht, wenn Ihr gewußt hättet, daß Suſanne London ver⸗ laſſen hat und entflohen iſt, ich weiß nicht wohin.«

Iſt dies das große Unglück, von welchem Ihr vorhin ſpracht?«

Nun, Ihr findet wohl daß es weiter nichts iſt?« fragte Chiffinch mit bitterem Lächeln.

Ich finde im Gegentheil, daß es viel iſt für Euch, aber ich freue mich, daß es weiter nichts iſt.«

Ihr freuet Euch? Ha, Ihr freuet Euch? Wohlan, nach eurem Belieben, Mylord. Ich überlaſſe Euch eurer Freude und entferne mich.«