Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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mich an und wagt nicht mehr, den Mund zu ver⸗ drehen, weil man ſonſt ſehen würde, daß ſie Pfef⸗

fermünzküchlein ißt. Armes Mädchen! ich glaube nicht,

daß es ſich in der Oper ſehr ergötzt.

Zum Glücke beginnt man, wodurch die Aufmerk⸗ ſamkeit zerſtreut wird. Ninie iſt ganz Aug' und Ohr, ſpricht kein Wort mit mir, weiter verlangte ich nicht; ich achtete nicht auf das Schauſpiel, ſondern ſann nach und ſeufzte.

Indeſſen konnte Ninie ihr Sinnen nicht bemei⸗ ſtern. Es entſchlüpfen ihr mehrere Ausrufe, als; Das iſt grauſam ſchön!... Ah! wie dieſe ſo prächtig gekleidet iſt!.. Aber warum ſingen ſie immer und ſprechen nie?... Ich verſtehe kein Wort, mein Lieber!

Ich ſuche Ninie zum Schweigen zu bringen, denn jene Dame hat ſich ſachte gegen ſie umgedreht, und ich bemerkte auf ihren Lippen ein Lächeln, deſſen Ausdruck mir wehe that. Ach, ich wollte ſchon, das Schauſpiel wäre vorbei!

Das erſie Stück iſt vorbei, es folgt bloß noch

das Ballet. Während des Zwiſchenakts ſteht Jeder⸗ mann um uns herum auf, ich ebenfalls, heiße aber Ninie ſitzen bleiben. Der Herr neben ihr geht hin⸗

aus, indem er äußerte, er könne vor dem Knoblauch⸗

geruch nicht länger bleiben. Jedermann lacht um uns herum; mir allein vergeht das Lachen.

Die Damen ziehen ihre Fläſchchen heraus, die Herren ſchnupfen, Ninie rührt ſich nicht, ich ſitze wie

guf der Folter. Jene Dame iſt ebenfalls aufgeſtanden und hat