Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

135

ich leſe in ihren Augen, daß ſie mich wieder erkennt. Ich empfinde eine geheime Freude hierüber. Ich bin ihr alſo nicht ganz fremd! Wozu wird dieß führen? Ich weiß nicht, allein es macht mir Vergnügen.

Jene Dame wendet ſich nochmals um, und zwar gegen Ninie... Sie will alſo auch die Perſon, welche ſich bei mir befindet, ſehen... Ach Gott! ſo kurze Zeit ſie auch meine Begleiterin muſtern mag, ſo wird ſie ſich doch bald überzeugen, welche Art von Frauenzimmer ich bei mir habe. Aber warum be⸗ trachtet ſie Ninie ſo lange?.. kennt ſie dieſes kleine Mädchen?.. Ah! es iſt zum Glücke vorbei!

Es ſcheint beſtimmt zu ſein, daß ich, ſo oft ich dieſer Dame begegne, immer ſo ſitzen muß, daß ich nichts als das Hintertheil ihres Hutes ſehe. Es iſt mir jedoch heute lieb, daß ſie mich nicht ſehen kann, denn ich muß neben Ninie ſehr widerlich ausſehen! Aber wir befinden uns ſo nahe bei ihr, daß ſie, wenn wir ſchwatzen, nothwendig alle unſere Worte hören muß; ich werde alſo gar nicht plaudern, aus Furcht, ſie möchte Ninie reden hören.

Kaum waren wir fünf Minuten anweſend, ſo riefen bereits mehrere Perſonen hinter Ninie:Ach Gott! was riecht ſo?.. Es iſt unbegreiflich, wie dieß in den Kopf, in den Hals ſteigt!

Es iſt wahr, ſagte der Herr, der neben mei⸗ ner kleinen Blondine ſaß;'s iſt wie eine Miſchung von Knoblauch und Pfeffermünz!... das iſt ein ab⸗ ſcheulicher Geruch.

Ich erröthete bis über die Ohren, Rinie fieht