Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Luſche ich mich nicht!... Von dieſen Damen, h ſich vor uns ſetzen, gent ich die erſte. Ja, fie iſt's, ſie iſt es wirklich jene hübſche Dame, die ich im Gaſté⸗Theater geſehen habe, der ich fol⸗ gen wollte, die ich wegen Dubvis aus dem Geſichte verlor. ſie iſt die Dame mit dem veilchenblauen Mantel! Ah! ich kann mich nicht irren... Es ſind ihre herrlichen Züge, ihre zierliche Haltung, der nämliche Hut, wie an jenem Abend! Wie, ich treffe ſie wieder! Der Zufall ſetzt mich wieder neben ſie hin, und ich bin nicht allein, ich kann meine Neu⸗ gierde nicht befriedigen!... Ach, arme Ninie, wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich in dieſem Lug die Bekanntſchaft mit Dir bereué!

Das hübſche Frauenzimmer, welches von einer alten Dame von vornehmem Aeußern begleitet war, ließ ſich gerade vor mir nieder. Ich glaube nicht, daß ſie mich bemerkt hat, überdieß iſt es zweifelhaft, ob ſie mich erkennen wird. Obwohl ſie ſich erſt vor vierzehn Tagen meinem Blicke gezeigt hat, ſo iſt es doch nicht wahrſcheinlich, daß ſie mich im Andenken behalten hat... Indeſſen hatte ſie mich, ſo viel ich mich erinnere, lange und aufmerkſam gemuſtert.

Ninie, welche nichts thut, als Pfeffermünzküchlein eſſen, ohne daß ſie es wagt, rechts oder links zu ſehen, weil ich ihr verboten habe, den Kopf zu drehen, fragte mich endlich:Mein Lieber, fängt es bald an?

Ja, im Augenblick, erwiederte ich. Ich weiß nicht, ob jene Dame meine Stimme wieder erkannt

hat, allein ſie dreht ſich etwas um, ſieht mich an und