133 Conditorladen. Ich ſtieg aus und kaufte Pfeffermünz⸗ tüchlein, füllte meine Taſchen damit an, ſtieg wieder in das Cabriolet und ſagte zu Ninie:„Hier nimm dieß in den Mund und behalte immer davon darin, hoffenklich wird dieſer Geruch den erſten vertreiben... und wenn wir im Theater ſind, ſprich nicht zu viel.“
„Nein, mein Lieber.“
Wir kommen in der Oper an. Es befinden ſich ſchon viele Leute im Amphitheater; indeſſen werde ich noch leere Plätze gewahr. Ich nehme Ninie bei der Hand, denn ſie wird über den Anblick der Leute und der Toiletten ängſtlich. Sie unterließ es nicht, ihren Mund mit Pfeffermünzküchlein anzufüllen, was ihr eine poſſierliche Miene gab. Endlich ſetzten wir uns, ich links von Rinie; gerne hätte ich mich rechts geſetzt, damit ſich ihr Niemand als ich hätte nähern können, da aber dieß nicht möglich war, empfahl ich ihr ruhig ſitzen zu bleiben, ſich nicht zu rühren⸗ beſonders ihren Kopf nicht gegen ihre Nachbarn zu wenden, worauf ſie, ihre Küchlein verbeißend, mir kurz antwortete:„Ja, mein Lieber!“
Auf der Bank vor uns waren noch zwei leere Plätze; ich hätte gerne gewünſcht, daß man ſie nicht einnähme, wir würden abgeſonderter bleiben, und der verfluchte Knoblauchgeruch, welcher trotz den Küchlein immer durchdringt, würde nicht ſo leicht auffallen; man darf aber nicht hoffen, daß Niemand kommen werde, wenn es anderswo keinen Platz mehr gibt, und ſchon ſehe ich zwei Damen nach dieſer Seite kommen.


