Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Zimmer, ſie beklagt ſich aber nicht und bezeugt ſich nicht weniger liebreich gegen mich; heute will ich ſie dafür entſchädigen und ihr ein Vergnügen, nach dem ſie ſich ſchon längſt geſehnt, gewähren. Oftmals hat Ninie mir geſagt, ſie ſei noch nie in der Oper ge⸗ weſen, ſie möchte gerne die Oper ſehen, es müſſe ſehr unterhaltend ſein!... Ich habe mich nicht be⸗ eilt, ſie dahin zu führen, denn in der Oper ſind alle Logen offen, außer gerade vor der Bühne, und dort iſt es zu theuer, oder oben; allein von dem Juchhe aus hätte Ninie keinen Genuß von den Decorationen. Ich muß ſie in das Amphitheater, hinter das Parterre führen, hier iſt die Täuſchung am vollſtändigſten, und gerade dieß ſucht man ja dort. Ich mache mir wenig daraus, mit dieſem Frauenzimmer im Amphitheater von meinen Bekannten geſehen zu werden.. jeden⸗ falls behält ſie ihren Hut auf... im Grunde weiß man ja nicht, wer ſie iſt, und bin ich nicht mein eigener Herr? Mein Wunſch, die Freude Ninie's mitanzuſehen, die vor Sehnſucht nach der Oper glüht, beſeitigt alle andern Rückſichten.

Ich beſuchte ſie am Morgen und theilte ihr mit, daß ich ſie auf den Abend in jenes Schauſpiel, wo⸗ nach ſie ſich ſo ſehr ſehne, führen werde; vor Freude ſprang ſie in die Höhe und war ganz außer ſich. Mit Vergnügen bemerkte ich, daß ihr Geſchmack an Beluſtigungen noch nicht abgeſtumpft ſei, denn es gibt ſo viele Leute, denen man gar keine Unterhal⸗ tung mehr machen kann! Ich empfahl Ninie, ſich ſehr ſchön und ihre Toilette ſorgfältig zu machenz