Der Akt iſt zu Ende.„Das iſt prächtig!“ ſagen meine Nachbarinnen.
„Das iſt ſehr ſchlecht!“ ſagt der Stutzer.
„Es iſt ſehr unterhaltend!“ behaupten die kleinen Arbeiterinnen, indem ſie von Neuem über die Bänke hinwegſteigen, wahrſcheinlich um wieder Proviant zu holen.
Der junge Mann hinter uns hat allein ſeine Mei⸗ nung nicht abgegeben. Ich denke, er hält das Melo⸗ drama für die Fortſetzung des kleinen Stücks, wie jener Landbewohner, welcher nach einer Vorſtellung der Andromache und den Plaideurs zu Racing ſagte: „Der Schmerz der Prinzeſfin hat mich ſehr betrübt, aber die Auflöſung iſt äußerſt hübſch, die kleinen Hunde haben mich ſehr gelächert. Ich ſuche in dem Saale, ob ich nicht einen Bekannten bemerke, als eine Stimme von der Loge hinter mir ruft;„Wie vefindet ſich Herr Deligny?“
Dieſen jungen Mann habe ich einige Mal in Ge⸗ ſellſchaft geſehen; er trat in die Loge, um mit dem darin befindlichen Herrn und ſeiner Frau zu plaudern. Er hat mich erkannt, wir wechſeln jene täglichen Redensarten, die man Unterhaltung zu nennen pflegt; ſofort wünſcht er mir guten Abend und verläßt die Loge, um an ſeinen Platz zurückzukehren.
Ich ſetze mich wieder; aber zu meiner Verwun⸗ derung begegnen meine Augen denen der Dame mit dem veilchenblauen Mantel. Sie hat auch ihre frühere Stellung wieder eingenommen; während ich aber rechts und links in dem Saale lorgnire, bemerke ich,


