Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12 Schlage, ächte Bürgersleute, die lieber nicht eſſen wollen, als vie erſte Vorſtellung eines Melodrama's verſäumen. Der Hut der Frau ſicht ſchneckenförmig aus; wahrſcheinlich hat er hinterhalb einige Stöße erhalten, wodurch er ſeine Form verloren hat, und man ſpottet zu gerne über Andere, als daß Jemand ſo gefällig wäre, dieſer Frau zu ſagen, ihr Mantel bilde oben eine Rinne. Ihr Mann ſieht dieß nicht, weil er ſeine Frau nie anſchaut..

In der Loge hinter mir befindet ſich ein Herr mit einer Dame, deren Anzug für ein Boulevard⸗Theater zu ausgeſucht iſt; ein großer Abſtich gegen jene In⸗ dividuen, die ſich zwei Stockwerke höher ohne Kamiſol befinden, ihre Hemden bis an den Ellbogen hinauf⸗ geſtülpt haben und ihre mit Fiſchotternkappen bedeck⸗ ten Köpfe hinausſtrecken, um mit ihren auf der entgegengeſetzten Seite des Saales ſich befindlichen Freunden mehr als luſtige Scherze zu treiben. Aber dieſe Herren ſind auf dem Juchhe, wo man ſich, wie es ſcheint, Alles erlaubt.

Ich kenne bereits die beiden nebetmir ſitzenden Frauen; ich weiß, die eine heißt Marie und die andere legt alle Augenblicke ihren Arm auf meine Schulter und ihre Schenkel auf die meinigen, was immer ſehr angenehm iſt. Hinter mir endlich ſind zwei Männer, wovon der eine ſehr jung iſt, Mund und Augen ſo weit als möglich aufreißt, ſtaunend umhergafft und für die Freuden des Theaters und die Sitten von Paris noch ein Reuling ſcheint; der andere, ein hal⸗ ver Kahlkopf, hat die wenigen Haare, welche ſein